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Bienen unter südkoreanischer Flagge

Honig wird beinahe auf der ganzen Welt verzehrt – und wo Honig gegessen wird, da wird auch geimkert. Wir haben mit dem Finger auf die Weltkarte getippt und Südkorea getroffen. Wie schmeckt am anderen Ende der Welt der Honig, wie wird er angeboten und wie betreiben die Menschen dort die Imkerei? Diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen und haben dafür einen Imker aus Südkorea ausfindig gemacht. Bryan Kim aus Togot, einem kleinen ländlichen Ort, nahe der südkoreanischen Stadt Andong. Er hat sich für ein Interview mit Honig-und-Bienen.de bereiterklärt.

 

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Meju wird aus Sojabohnen hergestellt. (Bild: Bryan Kim)

Honig-und-Bienen.de: Hallo Bryan, zunächst würden wir gerne etwas mehr über dich wissen. Wie alt bist du, woher kommst du und was machst du beruflich – und natürlich: Wie bist du zu den Bienen gekommen? Bryan Kim: Hallo, ich fühle mich geehrt, dass ihr dieses Interview mit mir führt. Ich bin 34 Jahre alt und in Korea geboren. Ich habe ein kleines Unternehmen mit dem Namen ‘Togotchon’. Ich produziere und verkaufe traditionelle koreanische Lebensmittel, wie zum Beispiel Sojabohnenpaste, die bei uns ‘Doenjang’ genannt wird, sowie ‘Meju’ – Blöcke fermentierter Sojabohnen. Und gleichzeitig kümmere ich mich um meine Bienen. Meine ersten vier Bienenstöcke hatte ich von meinem Onkel bekommen, seitdem bin ich verrückt nach Bienen!

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Frische Luft und freie Natur – hier fühlen sich die Bienen wohl. (Bild: Bryan Kim)

Seit wie vielen Jahren imkerst du nun schon und um wie viele Bienenvölker kümmerst du dich inzwischen? Und gibt es eine bestimmte Bienenart, mit der du arbeitest?
Ich imkere nun seit Mai 2016 und habe schon etwa 100 Bienenvölker. Dieses Jahr werde ich die Zahl sogar noch auf 150 Völker erhöhen. Meine Bienenarten sind Kreuzungen zwischen Apis mellifera carnica, Apis mellifera caucasia und Apis mellifera ligustica.

Wenn ich an Korean denke, habe ich zunächst High-Tech Industrie und große Städte im Sinn. Gleichzeitig habe ich aber eine schöne Natur und atemberaubende Berge vor meinem inneren Auge. Wo stehen deine Bienen und welche Pflanzen fliegen sie vorzugsweise an?
Meine Bienenstände sind im Tal des kleinen ländlichen Ortes ‘Togot’. Die Luft hier ist sehr frisch und es leben viele wilde Tiere hier. Mehr als siebzig Prozent des Honigs in Korea sind von der Gewöhnlichen Robinie. Zunächst ernte ich diesen Robinienhonig Mitte Mai. Dann ernte ich im frühen Juni den Honig von verschiedenen Wildblüten. Und zuletzt ernte ich ende Juni Kastanienhonig.

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Robinienhonig, Wildblütenhonig und Kastanienhonig aus Südkorea. (Bild: Bryan Kim)

Sind bestimmte Honigsorten in Korea besonders populär? Du bietest klaren, beinahe durchsichtigen Honig an. Worum handelt es sich dabei?
Das ist der Honig von der Gewöhnlichen Robinie. Das ist der populärste Honig in Korea. Und wie schon gesagt: er macht mehr als siebzig Prozent des jährlich in Korea produzierten Honigs aus. Er ist bekannt dafür, dass er wirksam gegen die schädlichen Bakterien Helicobacter pylori ist und auch bei Magengeschwüren soll Robinienhonig Wirkung zeigen. Auch der Kastanienhonig ist bei uns beliebt, aber nicht so sehr wie Robinienhonig. Er hat bei uns Bekanntheit wegen seiner antibakteriellen Wirkung und gilt als Antioxidans. Die Wasserkonzentration bei meinem Honig liegt bei 17~19 Prozent.

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Bryan Kim mit seinen Bienen. (Bild: B. Kim)

Wie bietet ihr euren Honig an und in welchen Mengen erhält man ihn gewöhnlicherweise im Einzelhandel?
Ich selbst biete den Honig meinen Kunden in Plastikbehältern oder Gläsern an, wobei der Inhalt 2,4 kg beträgt.

Wir in Mitteleuropa genießen unseren Honig vorzugsweise als Brotaufstrich oder wir süßen unseren Tee damit. Wie konsumiert man den Honig in Korea am liebsten?
Koreaner nutzen ihren Tee normalerweise für ihren Tee. Manche kochen auch mit Honig, zum Beispiel wenn sie ‘Kim-chi’ (Anmerkung der Redaktion: traditionelle Zubereitungsart von Gemüse) oder andere Speisen zubereiten. Und ich nehme Honig zum einen, um Fleisch einzulegen und zum anderen, um die Sojabohnenpaste ‘Doenjang’ herzustellen.

In Deutschland sind die Varroamilbe, Monokultur in der Landwirtschaft und Neonicotinoide beunruhigende Themen. Wir haben zudem Rückgänge der Bienenpopulationen zu beklagen. Wie ist die Situation der Bienengesundheit in Korea, habt ihr ähnliche Probleme?
Ja, auch wir sorgen uns um unsere Bienen. Gegen die Milben setze ich Oxalsäure und Ameisensäure ein. Manchmal verwende ich Amitraz.

Gibt es bei euch einen Bienenvereinigung, einen Imkerverband oder eine ähnliche Organisation, die sich um die Bienen und die Imkerei kümmert?
Wir haben die ‘Korea beekeeping association’ und die ‘Korea beekeeping agricutural cooperative association’. Diese Organisationen kaufen den Honig, den wir Imker ernten, sofern die Imker ihren Honig nicht selbst verkaufen können.

Bryan, vielen Dank für das nette Interview. Wir wünschen dir und deinen Bienen alles Gute für die Zukunft!

 Bryans Bienen beim sammeln… (Quelle: Bryan Kim)

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