Manuka Honig stammt ursprĂŒnglich aus Neuseeland, einem Inselstaat im sĂŒdlichen Pazifik. Bienen sammeln den Nektar der SĂŒdseemyrte und verarbeiten ihn im Bienenstock zu einem Honig, dem spezifische Eigenschaften nachgesagt werden. Er wird in mehreren deutschen Kliniken zur Wundbehandlung eingesetzt und konnte seine Wirksamkeit gegen Bakterien, Viren sowie gegen Pilzsporen dokumentieren. Naturheilpraktiker gehen von einem positiven Einfluss auf das Verdauungssystem und auf die Abwehrzellen aus.

Die meisten Fragen zu dem Honig betreffen den Grund seiner EffektivitĂ€t, woran seine „Echtheit“ erkennbar ist und wann eine Anwendung angeraten ist. Im folgenden Artikel gibt es einige Antworten.

Die SĂŒdseemyrte

Die in den bergigen Regionen Neuseelands beheimatete SĂŒdseemyrte (Leptospermum scoparium) trĂ€gt im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung Neuseelandmyrte oder Manuka Strauch. Die Pflanze zeigt zur BlĂŒtezeit eine farbenfrohe Pracht, ihre BlĂŒten sind weiß bis violett oder zeigen einem dunkelroten Farbton.

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Der Manuka Strauch wird aufgrund der hohen Honig-Nachfrage mittlerweile professionell angebaut. Die Herausforderung fĂŒr die Plantagenbesitzer liegt im Wasserbedarf der Pflanze. Obwohl es eine robuste Pflanzengattung ist, kann sie mit Trockenheit nicht umgehen.

Vereinzelt wĂ€chst die zu den MyrtengewĂ€chsen gehörende Pflanzengattung noch im sĂŒdöstlichen Australien. Die wildwachsende Pflanze wird seit Urzeiten von den Maori als Heilpflanze genutzt, in dem sie aus der frischen Baumrinde einen Sud herstellten. Damit behandelten sie Ă€ußerlich Wunden und innerlich Magen-Darm-Beschwerden oder Harnwegsinfektionen. Obwohl die SĂŒdseemyrte Ă€therische Öle beinhaltet, sind diese nicht fĂŒr die Heilwirkung im Manuka Honig verantwortlich, wie sich im Jahre 2006 zeigte.

Zu diesem Zeitpunkt fand man an der Technischen UniversitĂ€t in Dresden heraus, dass fĂŒr die wesentliche Wirksamkeit „Methylglyoxal“, (MGO) verantwortlich ist, einer antibakteriellen, antiviralen und antifungalen Substanz . MGO kommt im Manuka Strauch nicht vor, durchaus jedoch Dihydroxyaceton, die Vorstufe zu MGO. Und das ist das Charakteristikum an der neuseelĂ€ndischen SĂŒdseemyrte.

Der Inhaltsstoff MGO

Der im Manuka Strauch enthaltene Stoff Dihydroxyaceton wird im Bienenstock zu MGO umgewandelt, einem Zuckerabbauprodukt, das in Laborversuchen eine hochgradige Wirksamkeit gegen einige BakterienstĂ€mme aufweist. Besonders wirksam scheint die Substanz gegen die Erreger „Staphylococcus aureus“ und „Escheria coli“ zu sein.

Genau jene Bakterien, die bei vielen Menschen fĂŒr signifikante Beschwerden sorgen. So ist der Keim Staphylococcus aureus fĂŒr Abszesse, Furunkel – aber auch fĂŒr LungenentzĂŒndungen verantwortlich. Die gefĂ€hrlichen Escheria coli Bakterien sind landlĂ€ufig als „Kolibakterien“ bekannt und können schwere DarmentzĂŒndungen oder DurchfĂ€lle verursachen.

Es gibt keine andere Honigsorte, die so viel MGO enthĂ€lt wie Manuka Honig. Je nach Konzentration schwankt der Gehalt zwischen 100 und 800 MGO. Bei der Angabe MGO 400 bedeutet das beispielsweise, dass der Honig pro Kilo wenigstens 400 Milligramm Methylglyoxal enthĂ€lt. Neben dieser Substanz finden sich Wasser, Zucker, Mineralien, Protein, SĂ€uren, Pollen, Wasserstoffperoxid, Vitamine und Enzyme in dem Honig. Der einzige Unterschied zu „normalem“ Honig liegt ausschließlich in dem Vorkommen von MGO.

Die Wirksamkeit von Manuka Honig

Sowohl im Labor als auch bei der praktischen Verwendung zeigt sich, dass der Honig vorzugsweise bei der Wundbehandlung bedeutende Erfolge aufweist. Wie schon angesprochen, nutzen ihn viele Kliniken im Human- aber auch im tiermedizinischen Bereich. HierfĂŒr wird speziell aufbereiteter Manuka Honig verwendet, der durch Gamma-Strahlen keimfrei gemacht wird. Dieser Honig wird als „Medihoney“ bezeichnet und es ist der einzige Honig mit einer medizinischen Zulassung.

Studien ĂŒber die Wirkung des neuseelĂ€ndischen Honigs

  • Studie zur Zellteilung von Bakterien

Eine Studie beschĂ€ftigt sich mit der Zellteilung von Bakterien. Es konnte nachgewiesen werden, dass Manuka Honig die Zellteilung hemmt. Interessanterweise scheint nicht der Inhaltsstoff Methylglyoxal fĂŒr diese Hemmung verantwortlich zu sein, sondern ein weiterer, antibiotisch wirksamer Inhaltsstoff.

Quelle: https://academic.oup.com/jac/article/66/11/2536/748165

  • Die Verwendung beim diabetischen Fußsyndrom

Derzeit laufen an einer Berliner Klinik Untersuchungen ĂŒber die Dauer der Wundheilung beim diabetischen Fußsysndrom. Hier zeigt sich, dass die Heilung schneller verlĂ€uft als mit herkömmlichen Therapeutika und dass sich vor allem die Narbenbildung in Grenzen hĂ€lt.

Quelle: http://www.havelhoehe.de/akutes-diabetisches-fusssyndrom.html

  • Studie zur BekĂ€mpfung von Helicobacter

Eine Studie zeigt, dass Manuka Honig in der Lage ist, das Bakterium Helicobacterpylori abzutöten. Dabei konnte beobachtet werden, dass mit einer 5-Prozentigen Lösung bereits das Wachstum der Bakterien gestoppt werden konnte, wĂ€hrend die Bakterien erst mit einer 20 – 40-Prozentigen Lösung abgetötet wurden.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1294271/pdf/jrsocmed00089-0013.pdf

  • Studie zur Wirksamkeit gegen Grippeviren

Im Labor konnte nachgewiesen werden, dass Manuka Honig Influenza-Viren an der Ausbreitung hindern kann. Hierzu wurde der Honig gemeinsam mit herkömmlichen Antiviren-Medikamenten eingesetzt, was dazu fĂŒhrte, dass nur noch ein Bruchteil des chemischen Wirkstoffes benötigt wurde.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24880005

Die Anwendungsgebiete

Manuka Honig kann Ă€ußerlich und innerlich angewandt werden. In der Naturheilkunde wird er bei Beschwerden wie Magen-Darm-Problemen, BlasenentzĂŒndungen oder einfach zur allgemeinen StĂ€rkung des Immunsystems empfohlen.

Äußerlich können die Inhaltsstoffe wirksam gegen Verursacher von Abszessen, Pilzinfektionen oder Ekzemen vorgehen. Dabei ist die angegebene Konzentration des MGO-Gehaltes entscheidend. WĂ€hrend zur PrĂ€vention in der ErkĂ€ltungszeit 100 MGO ausreichen, empfehlen Naturheilpraktiker bei Infektionen auf eine höhere MGO-Konzentration zurĂŒckzugreifen.

Manuka Honig 400+ MGO

Heilpraktiker gehen davon aus, dass der Gehalt von 400+MGO leichte EntzĂŒndungen lindern kann oder als Vorbeugung in der ErkĂ€ltungszeit eingenommen werden sollte. Die Studien legen zwar den Schluss nahe, dass der Honig Bakterien und Viren abtöten kann, doch bei ausgeprĂ€gten Beschwerden sollten keine Behandlung in Eigenregie erfolgen, sondern ein Arzt aufgesucht werden.

Manuka Honig 400+ MGO kann angewandt werden bei Pickeln, einer leichten BlasenentzĂŒndung, bei kleinen Wunden oder bei einer beginnenden NasennebenhöhlenentzĂŒndung. Bei einer Verschlechterung der Symptome ist der Honig abzusetzen und ein Arzt aufzusuchen.

Bei Hautverletzungen

Honig gilt seit jeher als Heilmittel bei Hautverletzungen. Der neuseelĂ€ndische Honig hebt sich hier noch weiter ab, da er ĂŒber deutlich stĂ€rkere antibakterielle Eigenschaften verfĂŒgt. Kleine Wunden lassen sich gut behandeln, indem die komplette Wunde ĂŒber die WundrĂ€nder hinaus mit dem Honig abgedeckt wird. Das sorgt einerseits dafĂŒr, dass keine neuen Keime eindringen können und hilft dem Organismus, die bereits vorhandenen Mikroorganismen an der Vermehrung zu hindern.

Dies dĂŒrfte auch der Grund sein, warum Manuka Honig so erfolgreich gegen Abszesse wirkt. Bildet sich ein neuer Abszess, sind meist die Bakterien Staphylococcus aureus und Streptokokken involviert, also genau jene Keime, gegen die Manuka Honig in Studien seine Wirksamkeit belegte. Wird die betroffene Stelle direkt nach dem Auftreten der ersten Symptome mit dem Honig behandelt, kann eine VergrĂ¶ĂŸerung im Einzelfall verhindert werden.

Wichtig: bei allen unspezifischen Hauterkrankungen sollte immer zuerst ein Arzt aufgesucht werden. Erst wenn dieser zweifelsfrei einen beginnenden Abszess diagnostiziert hat, kann unterstĂŒtzend zur Ă€rztlich verordneten Therapie Manuka Honig eingesetzt werden.

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Die innere Anwendung

Es gibt zwar Untersuchungen darĂŒber, dass die Einnahme von Manuka Honig das Ausbreiten viraler Erkrankungen eindĂ€mmte. Dennoch ist der Honig nicht als Ersatz zur Grippeimpfung zu sehen, sondern sollte immer nur als unterstĂŒtzend zur herkömmlichen Therapie betrachtet werden.

Ähnlich verhĂ€lt es sich bei bakteriellen Infektionen: Bei einer ausgeprĂ€gten Magenschleimhaut- oder BlasenentzĂŒndung sollte das vom Mediziner verordnete Medikament erstrangig eingenommen werden.

Manuka ist nicht gleich Manuka

Bei allem Fleiß – Bienen können nicht so viel Nektar der SĂŒdseemyrte sammeln, um damit den weltweiten Bedarf zu decken. Im Übrigen lassen sich Bienen nicht vorschreiben, zu welcher Pflanze sie fliegen sollen. Rechtlich gesehen muss ein Bienenvolk nahe von Manuka StrĂ€uchern angesiedelt sein, damit der Imker Manuka Honig verkaufen darf.

Der Wert an Methylglyoxal lĂ€sst sich durch ein recht simples Verfahren belegen und wird auf dem Etikett gekennzeichnet. Bedauerlicherweise gibt es einige Imker, die ihren normalen Honig als Manuka Honig verkaufen möchten. Sie umgehen die Verordnung der Etikettierung, indem sie ihn etwa als „aktiv“ oder „aktiv plus“ oder Ă€hnlichem anpreisen. Der Grund liegt im Preis begrĂŒndet: Manuka Honig gehört zu den teuersten Honigsorten ĂŒberhaupt, was schlicht aus seinen wertvollen Inhaltsstoffen und dem – weltweit gesehenen – spĂ€rlichem Vorkommen resultiert.

Bilder: Flickr.com Nutzer: Ryan Merce und itravelnz Lizenz: CC BY 2.0