Honig

Der neuseeländische Manuka-Honig hat außergewöhnliche Eigenschaften, die ihn ziemlich attraktiv erscheinen lassen. Viele wissenschaftliche Studien prüfen, welchen Nutzen er tatsächlich haben kann. Wir stellen in diesem Beitrag die Ergebnisse von 10 besonders interessanten Studien über Manuka-Honig vor.

1. Die Entdeckung der antibakteriellen Wirksamkeit von Manuka-Honig

Die ersten bekannten wissenschaftlichen Untersuchungen zu Manuka-Honig führte Peter Molan von der neuseeländischen University of Waikato durch. In einer bedeutungsvollen Studie testete er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern verschiedene Honige aus Neuseeland auf ihre antibakteriellen Eigenschaften. Die antibakterielle Wirkung der Honige unterschied sich deutlich, wobei Manuka-Honig eine sehr starke antibakterielle Aktivität im Labor aufwies. Das Forscherteam um Peter Molan fand überdies heraus, dass Manuka-Honig auf eine andere Weise antibakteriell wirkt, als für Honig bis dahin bekannt war. Für die vergleichsweise schwache antibakterielle Wirkung von herkömmlichen Honigen ist Wasserstoffperoxid verantwortlich. In ihrer Studie gaben die Forscher ein Enzym zu den Honigproben, das das Wasserstoffperoxid zersetzt und unwirksam macht. Die meisten der untersuchten Honige verloren dadurch ihre antibakterielle Aktivität, nicht aber Manuka-Honig. Damit bewiesen Peter Molan und seine Kollegen, dass sich noch ein weiterer Inhaltsstoff in Manuka-Honig befinden muss, der antibakteriell wirkt und in anderen Honigen kaum enthalten ist. Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1687577/ 

Manuka Honig im Fokus der Studien

Manuka Honig im Fokus der Studien

2. Studie findet den antibakteriellen Inhaltsstoff von Manuka-Honig

Es dauerte eine ganze Weile, bis Wissenschaftler den antibakteriell wirkenden Inhaltsstoff aus Manuka-Honig bestimmt hatten. Erst eine Studie aus dem Jahr 2008 fand heraus, dass es sich dabei um Methylglyoxal handelt. Die analysierten Manuka-Honigproben enthielten einen bis zu 100-fach höheren Methylglyoxalgehalt als andere Honige. Selbst Verdünnungen des Manuka-Honigs auf 15 bis 30 Prozent wiesen noch eine antibakterielle Wirksamkeit auf. Spätestens mit Erscheinen dieser Studie bestand kein Zweifel mehr an den besonders antibakteriellen Eigenschaften dieses neuseeländischen Honigs. Allerdings ist der Gehalt an Methylglyoxal von Manuka-Honig als Naturprodukt nicht immer gleich. Der auf den Produkten angegebene UMF-Wert (unique manuka factor) gibt Aufschluss darüber, wie stark die antibakterielle Wirkung des Manuka-Honigs ist, die direkt mit dem Methylglyoxalgehalt zusammenhängt. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18210383

3. Forscher untersuchen den Honig bei Infektionen

Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung ist Manuka-Honig auch interessant zur Behandlung von Wunden. Denn Infektionen können die Wundheilung enorm beeinträchtigen. In Tierversuchen stellten Forscher darüber hinaus fest, dass Manuka-Honig zudem das Immunsystem und die Wundheilung selbst beeinflusst. Bei den untersuchten Wunden verringerte Manuka-Honig Entzündungen und verbesserte den Aufbau von neuem Gewebe, indem er die Bildung von Blutgefäßen und den Kollagenaufbau unterstützte sowie zu einem erhöhten Zellwachstum führte. Die Wundheilung verlief also insgesamt kontrollierter, obwohl die Wissenschaftler lediglich 66-prozentiges Manuka-Honig-Gel und keinen puren Honig verwendeten. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26814159

4. Mediziner nutzen Manuka-Honig bei der Wundbehandlung

Immer mehr Mediziner nutzen Verbände mit medizinischem Manuka-Honig zur Wundbehandlung, vor allem bei infizierten Wunden oder kompliziertem Verlauf. Im Rahmen einer Studie beobachteten Wissenschaftler den Effekt von Manuka-Honig auf die Wundheilung von 121 Wunden bei Patienten in 10 Krankenhäusern in Deutschland und Österreich. Die Ursachen für ihre Wunden waren unterschiedlich. Mit dem Ergebnis waren die Wissenschaftler zufrieden und bewerten die Wundbehandlung mit medizinischem Manuka-Honig als effektiv und praktikabel. Viele Wunden heilten sogar verhältnismäßig schnell und mit weniger abgestorbenem Gewebe. Außerdem empfanden die Patienten durch die Honigbehandlung insgesamt weniger Schmerzen. Beim verwendeten Honig handelte es sich um speziellen, mit Gamma-Strahlung sterilisierten Manuka-Honig, der als medizinischer Honig für die Wundbehandlung zugelassen ist. Die Sterilisation verhindert Gesundheitsgefahren wie einen Wundbotulismus, die bei der Verwendung von unbehandeltem Honig auftreten können. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22494449

5. Manuka-Honig hilft in Studie gegen Zahnbelag

Obwohl Manuka-Honig wie jeder andere Honig sehr viel Zucker enthält, kann er gegen Zahnbelag wirken. Der Grund dafür sind seine antibakteriellen Eigenschaften. In einer Studie stellten Wissenschaftler eine Art Kaugummi aus Manuka-Honig her, um dessen möglichen Nutzen bei der Mundhygiene zu überprüfen. Die Probanden kauten den Manuka-Honig-Kaugummi dreimal am Tag für jeweils zehn Minuten nach jeder Mahlzeit. Eine Vergleichsgruppe nutzte stattdessen einen herkömmlichen zuckerfreien Kaugummi. Nach 21 Tagen untersuchten die Wissenschaftler die Zähne auf Zahnbelag und verglichen das Ergebnis mit dem Zustand der Zähne vor Beginn der Studie. Das Kauen des Manuka-Honig-Kaugummis reduzierte den Zahnbelag deutlich. Zudem gingen in der Manuka-Honig-Gruppe Zahnfleischentzündungen zurück, während sich der Zustand der Zähne bei den Probanden aus der Kontrollgruppe nicht verbesserte. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15125017

Manuka Honig kommt aus Neuseeland

Manuka Honig kommt aus Neuseeland

6. Eine Übersichtsstudie zum Nutzen von Manuka-Honig bei Neurodermitis

Eine aktuelle Übersichtsstudie hat alle relevanten Studien zur Behandlung einer Neurodermitis mit Manuka-Honig angesehen und den medizinischen Nutzen bewertet.  Die Wissenschaftler sprechen Manuka-Honig positive Effekte zu. Allerdings beurteilen die Forscher die Studienlage noch zu dünn, um Manuka-Honig allgemein als Therapiemittel bei einer Neurodermitis zu empfehlen. Es fehlen Studien mit einer ausreichend großen Probandenzahl und mit einer standardisierten Anwendung. Häufig verwenden Wissenschaftler für ihre Studien Manuka-Honig mit einer unterschiedlichen Zusammensetzung und manchmal sogar Salben oder Gele mit verdünntem Manuka-Honig. Deshalb ist es schwierig, vergleichbare Ergebnisse zu bekommen und eine eindeutige Schlussfolgerung zu ziehen. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30511123

7. Manuka-Honig zur Behandlung von Magengeschwüren

Aufgrund der nützlichen Eigenschaften von Manuka-Honig bei der Wundheilung liegt die Vermutung nahe, dass Manuka-Honig auch bei inneren Schäden wie einem Magengeschwür hilfreich sein könnte. Dies überprüften Wissenschaftler in Versuchen an Ratten.  Die Behandlung mit Manuka-Honig verbesserte den Zustand der Magenschleimhaut und verringerte das Ausmaß der Magengeschwüre. Die Forscher entdeckten außerdem, dass die mit Manuka-Honig behandelten Ratten vermehrt Antioxidantien und entzündungshemmende Signalstoffe aufwiesen. Das war für die Wissenschaftler ein Hinweis dafür, dass Manuka-Honig antioxidativ sowie entzündungshemmend wirkt und deshalb die Magenschleimhaut vor weiteren Schäden schützen konnte. Ihnen zufolge eignet sich Manuka-Honig zur Behandlung von Magengeschwüren. Darauf aufbauende Studien, die die Ergebnisse bestätigen, stehen aber noch aus. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28250794

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8. Manuka-Honig gegen Virusinfektionen

In ein paar Studien konnte Manuka-Honig eine antivirale Wirkung erzielen. So trugen in einer Studie acht Probanden mit einem wiederkehrenden Lippenherpes und weitere acht Probanden mit einem wiederkehrenden Genitalherpes nach einem Ausbruch Manuka-Honig auf die betroffene Stelle auf. Zum Vergleich nutzten sie bei einem anderen Ausbruch Aciclovirsalbe, das üblicherweise gegen Herpesviren verwendete Medikament.  Gegenüber der Behandlung mit Aciclovirsalbe verringerte Manuka-Honig die Heilungsdauer, Schmerzen und Krustenbildung bei beiden Formen einer Herpesvireninfektion. Somit zeigte Manuka-Honig in dieser Studie eine antivirale Wirkung gegen zwei verschiedene Virusarten. Denn das Herpes-Simples-Virus 1 löst meist Lippenherpes aus und das Herpes-Simplex-Virus 2 meist Genitalherpes. Allerdings war die Anzahl der Probanden sehr gering, sodass umfangreichere Studien notwendig sind, um den Nutzen von Manuka-Honig bei Herpesinfektionen eindeutig zu bestätigen. Generell müssen Wissenschaftler noch mehr Studien zur antiviralen Wirksamkeit dieses neuseeländischen Honigs durchführen. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15278008

9. Manuka-Honig wirkt nicht bei allem

Es gibt jedoch auch Studien, in denen Manuka-Honig bei bestimmten Leiden nicht helfen konnte. Beispielsweise testeten Wissenschaftler die Wirkung von Manuka-Honig auf eine Schleimhautentzündung in Folge einer Strahlentherapie. Dazu erhielten 131 Krebspatienten über einen Zeitraum von sechs Wochen viermal täglich Manuka-Honig oder ein Placebo. Manuka-Honig konnte den Zustand der Schleimhautentzündung nicht verbessern. Allerdings befanden sich die Probanden noch in ihrer Strahlentherapie, die die Schleimhaut immer wieder neu beschädigte. Ein Wundermittel, das bei allen Leiden Linderung verschafft, ist der neuseeländische Honig jedenfalls nicht. Quelle: https://doi.org/10.1016/j.bjoms.2011.03.005

10. Die Sicherheit bei der Verwendung von Manuka-Honig

Wissenschaftler stufen Manuka-Honig bis zu einem UMF-Wert von 20 als sicher ein.10 Für ihre Beurteilung prüften sie Blut und Kotproben von 20 gesunden Probanden, die vier Wochen lang täglich 20 Gramm Manuka-Honig gegessen haben. Das Blut untersuchten die Forscher auf Anzeichen einer Allergie und einer Ansammlung von Methylglyoxal, das in höheren Konzentrationen auch für den Menschen schädlich sein kann. Die Kotproben gaben den Wissenschaftlern Aufschluss über die Darmflora der Probanden, die aufgrund der antibakteriellen Eigenschaft von Manuka-Honig theoretisch in Mitleidenschaft gezogen sein könnte. Der Verzehr von Manuka-Honig mit einem UMF-Wert von 20 veränderte weder die Blutwerte noch die Darmflora, was die Unbedenklichkeit von Manuka-Honig zumindest für Gesunde bestätigte. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20064284

Fazit zu der Studienlage bei Manuka-Honig

Manuka-Honig kommt bei unterschiedlichen Beschwerden als Hausmittel und teilweise als Medizinprodukt zum Einsatz. Ob Manuka-Honig dabei eine tatsächliche Wirksamkeit hat, ist wissenschaftlich mal mehr und mal weniger belegt. Die hier vorgestellten 10 Studien sind nur eine kleine Auswahl. Es gibt bereits zahlreiche Studien zu verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise hier dargestellt. Die antibakteriellen Eigenschaften und der Nutzen von Manuka-Honig bei der Wundheilung sind unter Fachleuten am anerkanntesten.

Quellen

1. Allen, et al.(1991) A survey of the antibacterial activity of some New Zealand honeys. J Pharm Pharmacol.43(12):817-822. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1687577
2. Mavric, et al.(2008) Identification and quantification of methylglyoxal as the dominant antibacterial constituent of Manuka (Leptospermum scoparium) honeys from New Zealand. Mol Nutr Food Res.52(4):483-489. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18210383
3. Bischofberger, et al.(2016) Effect of Manuka honey gel on the transforming growth factor beta1 and beta3 concentrations, bacterial counts and histomorphology of contaminated full-thickness skin wounds in equine distal limbs. Aust Vet J.94(1-2):27-34. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26814159
4. Biglari, et al.(2013) Multicentre prospective observational study on professional wound care using honey (Medihoney). Int Wound J.10(3):252-259. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22494449
5. English, et al.(2004) The effects of manuka honey on plaque and gingivitis: a pilot study. J Int Acad Periodontol.6(2):63-67. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15125017
6. Shi, et al.(2019) Alternative Treatments for Atopic Dermatitis: An Update. Am J Clin Dermatol.20(2):251-266. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30511123
7. Almasaudi, et al.(2017) Manuka Honey Exerts Antioxidant and Anti-Inflammatory Activities That Promote Healing of Acetic Acid-Induced Gastric Ulcer in Rats. Evid Based Complement Alternat Med.2017:5413917. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28250794
8. Al-Waili.(2004) Topical honey application vs. acyclovir for the treatment of recurrent herpes simplex lesions. Med Sci Monit.10(8):MT94-98. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15278008
9. Bardy, et al.(2012) A double-blind, placebo-controlled, randomised trial of active manuka honey and standard oral care for radiation-induced oral mucositis. British Journal of Oral and Maxillofacial Surgery.50(3):221-226. https://doi.org/10.1016/j.bjoms.2011.03.005
10. Wallace, et al.(2010) Demonstrating the safety of manuka honey UMF 20+in a human clinical trial with healthy individuals. Br J Nutr.103(7):1023-1028. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20064284

 

Aktualisiert: 04.07.2020

3 Kommentare

  1. Sehr gut auf den Punkt gebracht!
    Danke, dass die ganzen Studien angeführt wurden, freue mich schon, die zu lesen, die ich noch nicht kenne.
    Grüße

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