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Wildbienenhotel: So hilfst auch du unseren Wildbienen

Im Gegensatz zu Honigbienen leben die meisten Wildbienen solitär, es sind Einzelgänger. Lediglich Hummeln und vereinzelte andere Arten leben in einer Sozialgemeinschaft, also als Volk zusammen. Wildbienen leisten den größten Beitrag zur Bestäubung, allerdings ist der Bestand der Tiere vom Nahrungs- und Nistangebot abhängig. Innerhalb der letzten Jahre veränderte sich die Landwirtschaft, das Angebot von Blühpflanzen schwindet und geeignete Nistplätze werden rar.

Bild: Über Flickr.com von Jürgen Mangelsdorf

Der Wohnungsbau in Städten nimmt rasant zu und das führt ebenso wie die Flächenversiegelung dazu, dass viele Bienenarten in ihrem Bestand gefährdet sind. Glücklicherweise führt die Diskussion über das Bienensterben zu einem zaghaften Umdenken, immer mehr Gartenbesitzer stellen den Wildtieren Blühpflanzen bereit und bauen sogar Nisthilfen – das sogenannte „Wildbienenhotel“.

Hotel oder doch eher Eigenheim?

Eigentlich ist der Begriff „Hotel“ nicht korrekt gewählt, denn in einem Hotel verweilen die meisten Gäste nur kurz, verändern dort nichts und gehen alsbald wieder. Wildbienen hingegen reinigen das künftige Nest vor dem Einzug, sie bauen Trennwände zwischen den verschiedenen Brutzellen und sie sorgen für die Nahrung des Nachwuchses. Eine Larve kann – je nach Art – bis zu einem Jahr und länger in solch einer Unterkunft verbringen, bevor sie aus dem Kokon schlüpft. Kaum ein Hotelgast reinigt sein Zimmer, renoviert es und lagert Essen in seinem Zimmer. Doch die Popularität von Wildbienenhotels steigt und letztendlich ist die Begrifflichkeit auch nebensächlich, wenn es dem guten Zweck dient – und das tun Wildbienenhotels.

Der Nistplatz hängt vom Nahrungsangebot ab

Ein Wildbienenhotel kann in jedem Garten, auf jedem Balkon aufgestellt werden. Allerdings hängt es vom Nahrungsangebot ab, ob sich dort Wildbienen niederlassen oder nicht. Häufig sind Gartenbesitzer enttäuscht, wenn sie eine Nisthilfe aufgestellt haben und sich dort keine Wildbienen einfindet. Vielleicht reicht das Nahrungsangebot in unmittelbarer Umgebung des Wildbienenhotels nicht aus? Wildbienen nutzen nur dann Nisthilfen, wenn sich in einem Radius von rund 300 Meter auch genügend Pflanzen finden, die als Nahrungsquelle geeignet sind.

Zudem sind die meisten Wildbienen ortstreu, sie suchen sich also in der Näher ihrer Geburtsstätte einen Nistplatz. Stimmen alle Bedingungen, nehmen die Tiere das Angebot nach ein, zwei Jahren an.

Ein Wildbienenhotel bauen – die Voraussetzungen

Bild: Über Flickr.com von wissenschaftsjahr

Alle Bienenarten eint eines: sie mögen es warm und vor allem trocken. Eine Nisthilfe sollte daher immer an einem trockenen Platz aufgestellt werden. Eindringendes Regenwasser kann beispielsweise Pilzbefall zur Folge haben, deswegen ist der Platzwahl besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Eingang sollte immer frei bleiben und der Standort sollte mindestens 30 Zentimeter über dem Boden liegen.

Ein einfaches Wildbienenhotel besteht aus einem Holzkasten, der mit hohlen Pflanzenstängeln gefüllt ist. Zum Schutz vor Vögeln kann darüber ein einfaches Drahtgeflecht gezogen werden, so kommt der Fressfeind Nummer eins nicht an die Nisthilfe.

Einfache Nisthilfen für Balkon, Carport und Terrasse

Der Naturschutzbund (NABU) stellt zwei einfache Möglichkeiten vor, ein Wildbienenhotel mit wenigen Handgriffen selber zu machen.

Dazu benötigst du lediglich Bambus, eine leere Konservendose -alternativ eine kleine Holzkiste – und etwas Watte. Die Bambusröhrchen werden so zurecht gesägt, dass sie länger als die Konservendose sind. Es ist wichtig, dass keine scharfen Kanten übrig bleiben, also zur Not lieber noch einmal mit einer Feile die Kanten glätten. Eine Seite des Bambus wird mit Watte verschlossen – diese Seite kommt nach unten in die Konservendose. Der Bambus sollte die Konservendose prall ausfüllen und die Dose findet bestenfalls einen vollsonnigen Platz. Allerdings muss hier gewährleistet sein, dass sie absolut fest steht und auch bei starkem Wind nicht herabfallen kann, bestenfalls wird sie in einen Blumenkübel eingegraben.

Eine weitere Möglichkeit bietet ein abgelagerter Baumstamm, der mit verschiedenen großen Löchern bestückt wird.

Link zur Anleitung: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/insekten/140916-nabu_mission_gr__n_bauanleitung_insektenhotel.pdf

Wichtig bei der Materialauswahl

Die Grundvoraussetzung zu einem artgerechten und funktionierenden Wildbienenhotel sind die verwendeten Materialien. So dürfen keinesfalls Glasröhrchen genutzt werden, auch wenn sich dadurch das Geschehen im Inneren verfolgen lassen würde. Es kommt bei Glas fast immer zu Pilzbefall, was die Brut vernichtet.

Bei der Verwendung von Holz muss es sich um abgelagertes Holz handeln, zudem sollte bei der Bohrung keine Rissbildung entstehen – das ist ein Grund, warum Wildbienen solche Nisthilfen meiden würden. Nach dem Bohren dürfen keine Holzfasern die Löcher zieren. Deswegen sollten auch Bambusrohre genau geprüft werden, bevor sie eingesetzt werden, da diese oft gesplitterte Kanten aufweisen. Zur Not muss mit Schmirgelpapier geglättet werden.

Kiefernzapfen sind ebenso ungeeignet wie Stroh oder Lochziegel. Für den Bau eines Nistkastens eignet sich beispielsweise Esche ganz ausgezeichnet, als natürliche Nisthilfe lässt sich morsches Totholz wunderbar nutzen. Dieses wird einfach auf dem Balkon oder auf der Terrasse gestellt und die Tiere nutzen die bereits vorhandenen Löcher.

One thought to “Wildbienenhotel: So hilfst auch du unseren Wildbienen”

  1. Sehr treffender Artikel, dem ich nur zustimmen kann. Es ist bedauernd, dass immer mehr Insekten aussterben, so auch ein erheblicher Bestand an Wildbienen. Ich hatte noch vor einigen Jahren zahlreiche unterschiedliche Arten an Wildbienen in meinem Garten. Mittlerweile muss man sich schon sehr dafür einsetzen, dass man diese flinken Nützlinge noch regelmäßig sehen kann. Das funktioniert mit dem gezielten Anbringen von Bienenhotels/-häusern recht gut, insofern den Wildbienen ein adäquates Nahrungsangebot (Blütenreiche Sträucher, Obstbäume etc.) geboten wird.

    Von daher: Die meisten Menschen können in der Tat etwas dafür tuen, gegen das Insektensterben zumindest ein wenig anzukämpfen – JA!

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