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Folgende Situation spielt sich täglich mehrfach ab: Ein Hundefreund geht mit seinem Vierbeiner spazieren. Ein entgegenkommender Passant erfreut sich des Anblicks, verweilt kurz, um den Hund zu streicheln, gefolgt von der unweigerlichen Frage: „Was ist das denn für eine Rasse“? Völlig selbstverständlich. Das Gleiche bei Katzen, Pferden, teilweise Kleintieren. Doch kaum jemand käme auf die Idee, einen Imker zu fragen, welcher Rasse seine Bienen angehören. Dabei gehören Honigbienen ebenso einer Rasse an und jede hat ihre Vor- und Nachteile – genau wie bei den Hunden. Im folgenden Beitrag wollen wir Bienenrassen auf einen Blick erkunden. Es wird spannend!

Um diese Rassebienen geht es meist

In Europa zählen fünf verschiedene Bienenrassen zur durchschnittlichen Imkerei. Dabei ist es ganz interessant, dass die meisten Bienenhalter die Rasse halten, die dort auch ihren Ursprung hat. So tummeln sich in deutschen Bienenstöcken hauptsächlich die Rassen „Carnica“ – auch als Kärntner Biene bezeichnet, gefolgt von der Buckfast. Ursprünglich stammt die Carnica aus dem südöstlichen Alpenraum. Die Buckfast hingegen wurde im Jahre 1916 vom Benediktinermönch Bruder Adam im englischen Kloster Buckfast gezüchtet. Sie ist somit keine geographische Rasse, sondern stammt aus der Kreuzung diverser westlichen Honigbienen. Zu den wichtigsten europäischen Bienenrassen gehören noch die dunkle Biene sowie die Ligustica und die Caucasica.

Die Eigenheiten der Bienenrassen

Wie schon angesprochen, gehört die Carnica (Kärntner Biene) seit etwa den 1960er Jahren zu den beliebtesten Bienenrassen von Hobby- und Berufsimkern. Während es bei unseren Haustieren bei der Auswahl der Rasse neben dem Charakter auch auf das äußere Erscheinungsbild ankommt, ist das bei den Bienenrassen zweitrangig. Es kommt auf die Eigenschaften der Rasse an.

  • Carnica (Apis mellifera Carnica)

Sie ist mittelgroß und von schlanker Statur. Ihre graue Erscheinung wird von braunen Ringen abgerundet. Sie gilt als optimale „Frühentwicklerin“, deshalb wird sie gerne als Honigerzeugerin einer Frühtracht eingesetzt. Eines der Zuchtziele liegt darin, dass ihre Schwarmlust nicht sonderlich ausgeprägt ist, während sie im Gegenzug dazu neigt, starke Völker zu bilden. Das wichtigste Merkmal der Carnica ist ihre Sanftmut. Deswegen eignen sich sich Carnica-Völker auch für Imker-Einsteiger.

  • Buckfast (Kreuzzucht)

Die Buckfast zeigt sich je nach Zucht in unterschiedlichem „Kleid“. Mal grau, mal gelb, dafür jedoch eigentlich immer langhaarig und relativ groß. Sie ist nicht ganz so schnell bei der Frühjahrsentwicklung wie die Carnica, doch auch sie zeigt nur wenig Schwarmlust. Auch hier lag das Augenmerk der Zucht auf der sanftmut, somit ist Stechlust nur wenig ausgeprägt.
Buckfast bee
Buckfast-Bienen (Quelle Wikipedia)

  • Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera)

Die dunkle Biene stammt ursprünglich von der Alpennordseite und sie ist von recht großer Statur mit dunklem Haarkleid. Sie entwickelt sich im Frühjahr eher langsam, doch dafür baut sie ein starkes Volk auf. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Bienenrassen ist diese Art nicht sonderlich sanftmütig – die dunkle Biene ist stechlustig und verteidigt sich früh.

  • Ligustica (Apis mellifera ligustica)

Die Ligustica stammt aus Italien und ist durch deutlich sichtbare, gelbe Ringe gekennzeichnet. Sie ist unglaublich fleißig und äußerst friedlich. Interessant: Die Ligustica ist die Bienenrasse, die weltweit am Häufigsten eingesetzt wird – nur in Deutschland, da konnte sie sich nicht durchsetzen. Dafür erfreuen sich Imker in Norwegen, Schweden und Finnland sowie in Alaska an dem Ertragreichtum der kleinen Sammlerin.

  • Caucasica (Apis mellifera caucasica)

Die Kaukasische Honigbiene stammt aus dem zentralen Kaukasus und mittlerweile eroberte sie so einige Imkerherzen auf der ganzen Welt. Neben Georgien, Armenien und Aserbaidschan wird sie gerne in der Türkei, aber auch in Russland und im osteuropäischen Rau eingesetzt. Selbst in den Vereinigten Staaten ist das friedliche Nutztier zu finden. Ihre Schwarmneigung ist sehr gering ausgeprägt und eine Besonderheit zeichnet sie neben ihrer Sanftmut zusätzlich aus: Die Caucasia ist eine exzellente Kittharzsammlerin, das ist interessant für alle Imker, die Propolis ernten möchten. So gesehen, ist es eine ideale Bienenrasse – auch wenn ihre Frühjahrsentwicklung nur sehr zögerlich und langsam in die Gänge kommt.

Die Bienenrassen aus der Sicht des Imkers

Abgesehen von der dunklen Biene gelten die hier genannten Bienenrassen als sanftmütig und friedfertig. Das bedeutet nicht, dass die Imker in T-Shirt und kurzer Hose die Honigernte vornehmen, doch ein sanftmütiges Bienenvolk zeigt sich tendenziell nicht aggressiv. Wobei: Es gibt immer Ausnahmen, Bienen stecjhen, wenn sie bedroht werden. Und es gibt von jeder Rasse auch einzelne Arten, die sofort zustechen und welche, die sich etwas zurückhaltend zeigen.

Zudem legen die meisten Imker Wert darauf, dass das Bienenvolk einen ausgeprägten Sammeleifer zeigt und nicht sonderlich schwarmlustig ist.

Wobei es sich nun mal um Tiere handelt, die sich nicht in Schubladen pressen lassen und da auch nicht hingehören: Wichtiger als die Sanftmut eines Bienenvolkes ist immer noch deren Robust- und Gesundheit. Und der Drang zum Schwärmen gehört zu einem Bienenvolk dazu wie die Bienenwabe im Bienenstock.

Bienchen
Die Kärntner Biene (Quelle: Wikipedia)

Letztlich ist es wie bei Hunden, bei Katzen, bei Pferden und bei all unseren Haustieren: Hauptsache, sie haben ein gesundes und artgerechtes Leben, das ist allen Bienenrassen zu wünschen. Übrigens: Im Shop findest du wunderbare Honige, ob die nun von der Kärntner Biene, der Buckfast oder der dunklen Biene eingetragen wurde, weiß ich leider nicht. Aber was ich weiß: Die Honige sind unglaublich lecker!

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